29.03.2026
Schlaf wird überbewertet!
... ein Erlebnisbericht vom El Cheffe
Es ist Wochenende. Das Wissen um eine Großveranstaltung mit 130 Kindern im Alter zwischen 9 und 11 Jahren in der kommenden Woche lässt mich vorsichtshalber einen Blick in den Wetterbericht werfen. Schließlich ist eine ganztägige Outdoorveranstaltung mit Fahrrädern geplant.
Ach du dickes Ei!
2–3 Grad Celsius und Schneeregen. Warum denn das? Heute sind es doch noch 15 Grad und Sonnenschein!
Eine Zigarre und eine Flasche Bier müssen her — bewährtes Mittel zur Problemlösung. Und tatsächlich: Plan A, der sechs Stunden Spiel und Spaß beim Pedalino-Day auf der offenen Radrennbahn in Cottbus vorsah, ging langsam in Rauch auf. Zu hart wären die Bedingungen gewesen, wahrscheinlich mit mehr als einer Handvoll kranker Kinder im Nachgang.
Aber das Alphabet hat bekanntlich mehrere Buchstaben.
Also Plan B:
gestrafftes Programm, warme Getränke, Indoor-Möglichkeiten schaffen, eine Anrufliste erstellen mit allen Personen, die informiert oder gefragt werden müssen — und das sind einige. Der ganze Brei wandert mit in eine schlaflose Nacht und wird am Sonntag noch einmal gründlich durchgekaut.
Montag, 7:00 Uhr: Der erste und wichtigste Ansprechpartner steht an — Rainer Feller vom Sportsstätten Betrieb Cottbus. Rainer hatte bereits seinen ersten Kaffee intus und war entsprechend ansprechbar.
„Rainer – kannst du die Mensa freiräumen, damit sich die Kinder beim Pedalino-Day aufwärmen können? Können wir die Fahrradprüfung vielleicht in der Leichtathletikhalle machen? Und für das geplante Mittagessen auf der Radrennbahn brauchen wir auch noch eine Indoor-Variante ... das war's im Groben." (Zwinker, zwinker.)
In diesem Moment merke ich wieder: Ich bin im lösungsorientierten Leistungssport unterwegs.
Rainers Antwort:
„Leichtathletikhalle musst du mit Sportschuldirektor Sten Marquaß klären. Mensa geht bis Mittag klar. Küche frage ich nach und organisiere das." - fertig.
Innerhalb von fünf Minuten waren die wichtigsten Pflöcke für Plan B gesetzt.
Sten erreichte ich im Trainingslager in Spanien:
„Ich checke mal, was in der Halle an Schulsport läuft."
Der Rückruf kam von Sportkoordinator Swen Szymanski:
„Es sollte nicht viel Betrieb sein, da die meisten Sportschüler im Trainingslager sind. Eine Sportschulklasse mit Detlef Ullrich könnte euch vielleicht bei der Absicherung der Kids helfen — ich informiere ihn. Von unserer Seite also ein OK." - das läuft!
Es folgte ein Vor-Ort-Termin in der Leichtathletikhalle mit Rainer.
Was können wir nutzen? Worauf müssen wir achten? Wie bekommen wir 130 Fahrräder halbwegs sauber in die Halle?
- Die Mensa steht bis 11:00 Uhr zum Aufwärmen zur Verfügung, bevor die Sportschüler zum Mittagessen kommen.
- Der ehemalige Fernsehraum des Internats wird bestuhlt — dort kann das Mittagessen stattfinden.
- Zusätzlich nutzen wir die Radsporthalle für weitere Aktivitäten, damit die 130 Kinder ohne lange Pausen beschäftigt bleiben.
- Und die Radrennbahn bleibt trotzdem offen — falls das Wetter doch noch mitspielt.
Wir sind wieder im Rennen!!!
Nun galt es, die tausend kleinen Dinge von Plan B umzusetzen:
angepasste Abfahrtszeiten, Gepäcklogistik zwischen den Schulen, neue Abläufe für Johanniter und Polizei, Einsatzplanung für Trainer und Helfer, neue Anlaufstelle für die Presse, zusätzliche Aufgaben für die Mechaniker, Urkunden schreiben, Hallenschuhe einpacken ... es läpperte sich.
Am Donnerstag war es dann soweit:
Der Pedalino-Day wurde mit fünf Schulen, 130 Kindern und 20 Betreuern bei nur 4 Grad Celsius — aber trocken — erfolgreich durchgeführt.
Dank meiner vielen Helfer, von denen die meisten aus dem Leistungssport kommen und genau wissen, dass Erfolg bedeutet, auch einmal „in den Unterlenker zu fassen", hat alles hervorragend funktioniert.
Die Kinder hatten einen großartigen Tag — und das ist das Wichtigste.
Der Schlaf wird nachgeholt.
PS: Ich bin immer froh und dankbar, mich in solchen Situationen auf mein LKT-Team verlassen zu können. Denn mit den NXT-Classics und dem Scheldeprijs stehen bereits in der nächsten Woche zwei hochklassige Frühjahrsklassiker an.
Alle LKT-Mädels sind gesund, die sportlichen Leiter wissen, was zu tun ist — und das vom Manager verbummelte Glücksarmband wird von Oli bereits neu mit Glücksperlen bestückt und zusammengefädelt ... muss ja weiter laufen!















