08.04.2026
Klassiker-Woche
In der vergangenen Woche standen mit dem NXT Classic (1.2) und dem Scheldeprijs (1.Pro) zwei Frühjahrsklassiker auf dem Programm, auf die wir uns sehr gefreut hatten. Besonders der Scheldeprijs ist für uns das am höchsten eingestufte Eintagesrennen. Aufgrund der Streckenführung besteht hier durchaus die Möglichkeit, trotz starker Konkurrenz das Rennen aktiv mitzugestalten und Selbstvertrauen für die kommenden Aufgaben zu tanken.
Der NXT Classic in Eijsden über 118 Kilometer brachte genau das, was man von einem Klassiker erwartet: Regen, schmale Straßen, giftige Anstiege und permanente Positionskämpfe. Unsere Mädels standen am Start etwas zu weit hinten und gerieten früh in die kräftezehrende Ziehharmonika. Hinzu kamen mehrere Stürze, von denen wir glücklicherweise verschont blieben. Caoilinn (81.) kam im Feld noch am besten zurecht, musste dem hohen Tempo am Ende jedoch Tribut zollen. Clara Jäger war als 70. bestplatzierte LKT-Fahrerin, Olivia Schoppe belegte Rang 89. Leni Bauer und Jette Simon konnten das Rennen leider nicht beenden.
Mit den Erfahrungen aus dem NXT Classic ging es anschließend nach Belgien zum Scheldeprijs – ein 130 Kilometer langes Rennen auf überwiegend flachem Kurs. Dank der frühen Anreise konnten wir uns als Team in Ruhe vorbereiten und die Strecke besichtigen. Sportlicher Leiter Erik Heidrich betonte noch einmal den Vorteil einer guten Startaufstellung. Zudem war das Besetzen von Spitzengruppen ein klares Ziel. Sollte es zu einer Sprintentscheidung kommen, waren Oli und Mira unsere Optionen.
„Ich spürte schon in den Tagen der Vorbereitung, dass das Team mit Mut und Freude an die Aufgabe herangehen wollte", so Teammanager Steffen Blochwitz. „Die ersten Schritte zu Spitzenleistungen beginnen mit mutigen Entscheidungen – egal ob richtig oder falsch. Die Mädels sind heute konsequent vorgegangen und haben Entscheidungen getroffen. Darüber bin ich sehr froh."
Die erste und definitive richtige Entscheidung war, die Poolposition am Start einzunehmen. Neben dem Startbonus ergab sich dadurch auch ein schönes Mannschaftsbild. Aus dieser Position heraus konnte die Anfangsphase aktiv mitgestaltet werden. Es wurde konsequent attackiert bzw. mitgegangen, bis sich schließlich die Spitzengruppe des Tages formierte. Clara Jäger schaffte den Sprung in die sechsköpfige Ausreißergruppe, die sich einen Vorsprung von bis zu drei Minuten erarbeitete und rund zwei Drittel des Rennens bestimmte.
Mit Blick auf die drei Schlussrunden schrumpfte der Abstand, und im Feld wurde es zunehmend hektisch. Die Einfahrt des weiterhin großen Feldes in die Kopfsteinpflasterpassage brachte zudem Gefahr – leider auch zahlreiche Stürze. Dabei traf es Leni Bauer und Olivia Schoppe schwer. Beide mussten das Rennen aufgeben. Olivia wurde vorsorglich ins Krankenhaus gebracht, konnte dieses jedoch mit einer „nur" verstauchten Hand bald wieder verlassen.
Seàna wurde durch den Sturz, in den auch Leni verwickelt war, ausgebremst. Die Entscheidung, auf Leni zu warten und gemeinsam den Anschluss an das Feld wiederherzustellen, erwies sich sportlich zwar als nicht optimal, zeigte jedoch eindrucksvoll den starken Teamgeist innerhalb der Mannschaft.
Auch Lena Reißner und Mira Winkelhag mussten mehreren Stürzen ausweichen und konnten sich – ebenso wie Clara, die inzwischen wieder gestellt worden war – nicht optimal für das Finale positionieren. Lena wurde als beste LKT-Fahrerin 38. und sicherte damit ihre ersten UCI-Punkte. Clara belegte Rang 63, Mira kam auf Platz 69 ins Ziel.
Unterm Strich steht dennoch ein schöner Teamerfolg. Zwei von drei gesetzten Aufgaben wurden gemeinsam erfüllt – so hatte es das Team laut Manager bisher noch nicht erlebt. Das macht Lust auf mehr.
Neben den Rennen in den Niederlanden und Belgien durften wir zudem die einzigartige Radsportatmosphäre genießen, für die beide Länder bekannt sind. Vielen Dank dafür!















